Beibehaltung der Straßennamen auch bei „belasteten“ NamensgeberInnen

Auf Initiative der SPD- Beiratsfraktion beschliesst der Beirat Schwachhausen einstimmig einen Antrag der sich mit belastenden Namen für Straßen konstruktiv auseinandersetzt

Der Beirat fordert die allgemeinbildenden Schule im Stadtteil zu einer aktiven
Auseinandersetzung mit dem Wirken der Personen Heyl, Lüderitz und Vogelsang etwa in
Form von Projektarbeiten mit Vorstellung in der Öffentlichkeit auf. Der Beirat ist bereit zur
Förderung solcher Projekte.
Begründung:
Die Umbenennung einer Straße ist ein erheblicher Eingriff in die Position der Anwohner,
der nur gerechtfertigt ist, wenn die Namensgebung unter keinem Gesichtspunkt mehr
tragbar ist.
Die hier im Streit stehenden Personen waren Repräsentanten der historisch noch nicht
aufgearbeiteten Kolonialzeit. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand war das Wirken dieser
Personen so, dass zwar heute keine Straße mehr nach ihnen benannt werden würde, eine Umbenennung der Straßen ist aber nicht zwingend geboten.
Bleibt es bei den Straßennamen, muss aber eine historische Auseinandersetzung mit dem Wirken der Personen Heyl, Lüderitz und Vogelsang augenfällig sein und auch erfolgen. Das hat einerseits durch eine deutliche Kennzeichnung der Straßen mit ergänzenden Schildern geschehen, die auch auf das negative Wirken hinweisen.
Ergänzend muss die aktive Aufarbeitung des Wirkens der NamensgeberInnen erfolgen
und der Öffentlichkeit bekannt werden.
Das kann etwa durch Schulprojekte erfolgen, die dann mit Hilfe des Beirats,
beispielsweise gefördert durch Globalmittel, öffentlich vorgestellt werden und so einen
Markstein für eine weitere Aufarbeitung der Kolonialzeit darstellen.
Hier der Antrag als .pdf: Antrag Straßennamen August 2017