Review: Aquaparx nach einem Jahr

Wie hat sich der preiswerte Motor nach der ersten Saison geschlagen? Ein Rückblick.

Für Ein- und Ausparkmanövern aus dem Hafen ist der Motor stets an einem kleinem Kajütboot Typ Polyp (ca. 200kg Leergewicht, 5,4m Lang und 1,7m Breit) im Heimatrevier an der Ems genutzt worden. Das funktionierte ausnahmslos ohne Probleme. Das Triebwerk sprang immer an und lieferte das, was Mensch von dem preiswerten Gerät erwarten kann: Lärm und Vortrieb.

Eine bessere Herausforderung war dann schon der Urlaub am Mittelmeer. Statt Brackwasser Salzwasser. Statt zwei Personen mit 2 Dosen Bier, vier Personen deren Spielzeug, mehr Bier und ein SUP im Schlepp bei 30°C. Beim morgendlichen Ausparken nach ein paar Tagen brach der Scherstift. Ich habe geglaubt, die passenden Ersatzstifte dabei zu haben. Das war selbstredend nicht so. Also Bohrung in der Antriebswelle mit Campingmitteln von etwa 3mm auf 5mm vergrößert und einen Ersatzscherstift, der eben verfügbar war, eingesetzt. Nach ein paar weiteren Tagen brach auch dieser. Ersatz eingebaut und soweit war alles in Ordnung. Die Kupplung brauchte morgens mitunter etwas Training um sauber zu fassen; die Ursachenforschung habe ich mal weggelassen.

Zurück in der Heimat stockte beim Probelauf der Gasdrehgriff. Ursache war der Gaszug, der leider nicht aus Edelstahl gefertigt war. Die Reste des Salzwassers der mediterranen See im Zwischenraum zwischen Aussenhülle und Gaszug waren Ursache für eine unlösbare Verbindung, bedingt durch Korrosion ein. Nicht so schön, da Ersatzteile nirgendwo zu finden sind. Also ging der Aquaparx gegen Mitte der Saison in den frühen Winterschlaf, lieblos in einer Schuppenecke.

Ohne die speziellen, filigranen Teile ist der Gasdrehgriff nichts wert und somit der Motor nicht brauchbar.

In diesem Frühjahr nun die Selbsthilfe: Ein Gashebel (Geschenk) sowie ein Schaltzug eines Rennrads (0,9€) müssen ab jetzt zeigen, ob sie im Zusammenspiel die Arbeit übernehmen können.

Alternative Spritdosierung: Drehgriff weg, Gashebel dran.

Der Test, ob der Motor auch nach dieser Standzeit noch läuft zeigt:

Verbleibt noch diese schwer korrodierten Schrauben zu ersetzen:

Rostige Schrauben am Aquaparx Unterwasserteil. Ersetzt mensch sie nicht, können (werden) sie brechen

Fazit: Triebwerk funktioniert immer und ist in jedem Hafen ein Hingucker. Ersatzteile sind leider nicht zu bekommen. Macht trotzdem Spaß.

 

 

pastoor

#ingenieur #segler #sozialdemokrat #currywurst

Ein Gedanke zu „Review: Aquaparx nach einem Jahr

  • 1. April 2018 um 16:37
    Permalink

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das dieser Motor nicht immer funktioniert. Für jedes benutzen ohne Ersatzteile (welche es ja nicht gibt)ist er gänzlich untauglich, da er sehr schnell nicht mehr funktioniert und man ihn dann ja reparieren müsste. Frustration: sehr groß. Selbstgebildetes Fazit: für nicht Bastler die keinen großen Zeitaufwand in einen Moter stecken wollen nicht geeignet.
    Meinungen sind verschieden. Gruß.

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