Werftbericht Januar 2020

Über das Einlaminieren des Kielkastens und die Wendung

Da solle er hin, der Kielkasten. Schon mal angezeichnet ist wo gefräst wird. Vorher brachte die Vermessung mittels Laser die Gewissheit, das alles gerade steht und mittig ist.
Die Fräsung ist vollbracht. Die Einbautiefe Soll ist 15mm. Durch die Krümmung des Rumpfes über die Länge des Kielkastens ist die Fräsung aber eheblich tiefer anzusetzen. Leider waren noch abgebrochene Schrauben aus den alten Kielwrangen vorhanden. Das kostet dann zwei Fräser und ein Sägeblatt.
Fertig einlaminierter Kielkasten
In seiner ganzen Pracht mit all seinen Verstärkungen zur Krafteinleitung.
Draufsicht in den Kasten, hier mit der bereits geschliffenen Dopplung des unteren Teils des Kastens, damit das dort aufliegende POM mehr Fläche zur Druckverteilung der geplanten 500Kg schweren Bleibombe hat.

Die Wendung

Es ist einfacher das Unterwasserschiff zu bearbeiten, wenn das Boot kieloben ist; dieser These wird kaum jemand widersprechen. Schon allein deswegen soll der Rumpf gedreht werden. Ohne Kran ist das schon aufwändiger; in einer Halle mit ohne Kran deren Höhe 2,68m der Rumpf komplett aber 2,78m Breit ist, aufwändigerer.

Wir Ständer aus 4×6 Bauholz, zwei Winden und zwei Taljen gegen 7,5m Rumpf bringen W740 langsam in Stellung…
Schon eine fortgeschrittenere Stellung. Der Rumpf wird mit der Auflageseite über den Boden, entgegen der Kipprichtung, gezogen um das Boot zu wenden. Gleichzeitig wird die oben liegende Rumpfseite in Kipprichtung gezogen.
Macht nichts, wenn die Reibungswiderstände dann durch geeignete Unterlagen gleitfähiger wird. Das ist hier nicht so schön umgesetzt.

Zeit zum Nachdenken und Abschätzen während des Machens sind dann schon wichtige Aspekte. Nach jeder nicht erwarteten Bewegung des Objektes muss neu überlegt werden, wo man was ansetzt, zieht oder drückt, verstärkt oder aussägt (nein, nichts am Rumpf aussägen).

Noch nicht die wichtige Phase in der der Bootskörper anfängt zu kippen, aber kurz davor.
Fast geschafft. Eigentlich wird nun alles einfacher.
Da liegt er auf diesmal sogar richtig dimensionierten Rollbrettern. W740 ist gedreht.

Der Voreigner hat den Rumpf aussen mit Epoxy gestrichen, schon mal einen Voranstrich in 2K sowie den Wasserpass abgeklebt sowie eine Grundierung aufgetragen. So weit so schön, leider hat er das Abklebeband nicht rechtzeitig entfernt; aber das kann man auch noch 37 Jahre später mit einem machen.

Die Lösung zur Aufgabe ein Boot in einer zu flachen Halle zu wenden: Stichsäge.

pastoor

#ingenieur #segler #sozialdemokrat #currywurst

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